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Der ein oder andere Arbeitnehmer hat es vielleicht schon am eigenen Leibe erlebt. Man sitzt im Unternehmen und plötzlich klingelt das Telefon oder das Handy. Am anderen Ende der Leitung meldet sich jemand, der sich als Personalberater oder Personalberaterin zu erkennen gibt. Klassischer Fall von Headhunter Anruf. Meist geht es darum, dass in einem anderen Unternehmen ein Kandidat für eine Stelle gesucht wird. Und nun wird der Versuch unternommen Sie abzuwerben.

Darum geht es nicht immer in diesem Beruf, aber es ist üblich. In Deutschland herrscht Personalknappheit. Man sagt, für 10 Arbeitnehmer, die heute in Rente gehen, kommen lediglich 6 oder 7 geeignete junge Leute nach. Darum ist mittlerweile eine Art Verdrängungswettbewerb eingetreten, wo sich die Firmen gegenseitig die guten Mitarbeiter oder Führungskräfte abnehmen.

Doch wie hat der Headhunter Sie gefunden? Wie arbeiten diese Leute von der Personalberatung? Und vor allem: kann ich mich aus eigener Initiative heraus dort ins Spiel bringen? Wenn ja, bei welchen Personalberatern sollte ich das tun? Die letzte Frage ist auch aus Sicht der Unternehmen von Bedeutung. Denn für sie ist die Herausforderung, dass sie den richtigen Headhunter finden für ihre Zwecke. Wie wählt man sie aus? All das klären wir in diesem Beitrag.

Wie findet ein Headhunter Kandidaten?

Heute ist es irgendwie Usus, dass jeder Arbeitnehmer ein Profil in Xing hat oder bei LinkedIn. Dort füllt man eine Liste von Fähigkeiten und Interessen aus. Man hinterlegt den Lebenslauf mit den Aufgaben, die man im jeweiligen Unternehmen ausgefüllt hatte – und fertig. Schon haben Sie sich erfolgreich als Kandidat auf dem Markt platziert. Denn für Headhunter sind solche Karrierenetzwerke Anlaufstelle Nummer eins. Wenn Ihr Profil es zulässt, dann sehen die Leute von der Personalberatung dort Ihre Kontaktdaten ein.

Alternativ dazu können Sie Ihr Profil auf Seiten wie Stepstone hinterlegen. Für Führungskräfte eher noch bei Experteer. Auch dort schauen die Personalberater gerne rein und melden sich von allein bei Ihnen.

Das heißt: selbst wenn Sie nicht aktiv suchen. Mit Hilfe von solchen Job-Seiten und Netzwerken landen Sie automatisch auf dem Radar von Personalberatern.

Wie erfolgt die Jobvermittlung?

Interview - aus dem Artikel - Die Top Headhunter Firmen in Deutschland
Woran Sie unseriöse Headhunter erkennen – WIWO.de

In der heutigen Zeit ist es für Headhunter so leicht wie nie zuvor geeignete Kandidaten zu finden. Ein Telefon, Internetanschluss und die Mitgliedschaft bei bestimmten Portalen reicht, um Millionen von Leuten aus dem In- und Ausland kontaktieren zu können.

In der Regel wird es so sein, dass die Personalberatung tagsüber anruft. Meist direkt im Büro, um zu sehen wie Sie reagieren. Professionell und versiert? Oder werden Sie nervös und geraten in Stress?

Wenn Sie diese Hürde meistern, dann wird Ihnen eine Stelle vorgestellt und eine Gehaltsvorstellung erfragt. Wenn es für beide Seiten passt, dann arrangiert die Personalberatung einen Termin mit dem Unternehmen, in dem Sie in Zukunft arbeiten könnten.

Verläuft das Gespräch gut, dann erfolgt der Personalwechsel nach den üblichen Regeln. Sie unterschreiben einen Vertrag, kündigen und dann treten Sie die neue Stelle an.

Die Personalberatung erhält im Falle dieser erfolgreichen Vermittlung eines Kandidaten eine Provision. Sie beläuft sich in der Regel auf 25%-33% Ihres Jahresgehalts. Billig ist das Ganze also nicht.

Warum nutzen Unternehmen eine Personalberatung?

Ein Viertel oder sogar ein Drittel eines Jahresgehalts, das ist jede Menge Holz, die der Headhunter dort verlangt. Warum machen Unternehmen das?

Grund für dieses Vorgehen ist, dass es sich meistens doch lohnt, trotz der Gebühren. Man nehme an, Sie suchen für Ihr Unternehmen einen hochqualifizierten Mitarbeiter oder eine erfahrene Führungskraft. Dann müssten Sie Kapazitäten bereitstellen für die Sichtung der Leute. Das kostet Zeit und Geld. Sie müssten die Interviews führen, auch das kostet viel Zeit. In Summe kommt dabei einiges an Arbeitsaufwand zusammen. Untersuchungen zeigen, dass es fast genauso teuer wäre eigene Mitarbeiter dafür abzustellen. Es wäre vielleicht sogar teurer. Außerdem wären diese eigenen Leute dann ohne Aufgabe, wenn über eine längere Phase kein Personal mehr gesucht wird.

Wie bringt man sich als Kandidat für die Executive Search in Stellung?

Für einfache Jobs ohne Führungsverantwortung reichen die karriereorientierten Netzwerke völlig aus. Wenn es jedoch darum geht Kandidaten für Posten im hohen Management zu besetzen, dann läuft es etwas anders. Hier sollten sich aufstrebende Manager so platzieren, dass sie in ihrer Branche Berühmtheit erlangen. Dazu gehört es zum Beispiel Beiträge bei Fachzeitschriften einzureichen. Vorträge halten bei Industrieverbänden und sonstigen Events. Zudem dafür sorgen, dass man immer wieder in Pressemeldungen erscheint. Und die Königsdisziplin wäre es ein Buch zu veröffentlichen. Es ist die beste Methode, um sich als ganz großer „Guru“ auf einem Fachgebiet zu etablieren.

Welches sind die Top Headhunter Firmen in Deutschland?

Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so leicht. Nicht jeder veröffentlicht Zahlen darüber, wie viele Leute sie an Arbeitgeber vermitteln pro Jahr. Zudem gibt es Headhunter bzw. Personalberater, die auf keiner Landkarte oder Web-Suche auftauchen. Das sind Leute, die sich um Vorstandsposten oder Aufsichtsräte kümmern. Sie kennt man in der Branche und man hüllt sich bestmöglich in Schweigen über die eigenen Geschäfte.

Dennoch haben wir eine Liste von umsatzstarken Anbietern zusammenstellen können, mit denen Sie als Arbeitgeber und als Arbeitnehmern gut fahren. Als Unternehmen können Sie diese Firmen beauftragen, um geeignetes Personal zu beschaffen. Als Jobsuchender ist es absolut legitim sich dort zu melden und mit den Qualifikationen in der Datenbank hinterlegen zu lassen.

Bewerbungsprozess in grosser Runde - aus dem Artikel - Die Top Headhunter Firmen in Deutschland
Headhunter – Die Top Ten in Deutschland – Spiegel.de

Hier eine Liste derjenigen Personalberatungen, die Ihre Umsätze öffentlich machen:

  1. Egon Zehnder. EUR 83,1 Mio.
  2. Kienbaum Executive Consultants. n.a. EUR 30 Mio.
  3. Spencer Stuart. EUR 23 Mio.
  4. Korn Ferry. EUR 22 Mio.
  5. Russell Reynolds Associates – keine Angaben
  6. Odgers Berndtson. EUR 17 Mio.
  7. Mercuri Urval. EUR 15,9 Mio.
  8. Rochus Mummert Executive Consultants. EUR 13 Mio

Beträchtliche Summen sind das, die dort den Besitzer wechseln. Allerdings sollte man dabei wissen, dass es sich nicht immer nur um die Headhunter-Tätigkeit handelt, bei der man in den Gewässern anderen Firmen fischen geht und versucht Leute abzuwerben. Eine Personalberatung übernimmt auch andere Aufgaben.

Des Weiteren sollten Sie wissen, dass es in diesem Business kleine aber feine Nischenanbieter gibt. Diese haben sich darauf spezialisiert die Top-Talente aus lediglich einigen Industrien zu vermitteln. So gibt es zum Beispiel welche, die nur für Automotive arbeiten oder andere, die sich in der Medizin gut auskennen. Grund dafür ist, dass sie ihr eigenes Personal so aufbauen, dass die Leute eine entsprechende Fachkompetenz mitbringen. Sie müssen sich auf dem Gebiet selbst bestens auskennen. Denn nur so ist es möglich objektiv zu beurteilen, ob ein Bewerber für den Kunden wirklich einen Vorteil bringt. Kaum etwas ist unangenehmer, als wenn die Personalvermittlung ins Klo greift. Das passiert dann, wenn sie keine Leistungsträger anlocken, sondern lediglich diejenigen, die in ihrer Firma unzufrieden sind und dort unbedingt weggehen möchten. Und die zudem gar nicht die erforderlichen Kenntnisse mitbringen.

Es ist auf jeden Fall ein hoch interessantes Gebiet. Eine diskrete Branche mit eigenen Regeln. Für Unternehmen als Kunden ist der Vorteil, dass sie sich den Aufbau einer Abteilung für Personalbeschaffung ersparen. Für Bewerber ist positiv zu erwähnen, dass sie sich gezielt in ihrer Karriere voranbringen lassen. Kaum eine Beförderung oder Gehaltserhöhung bringt auf einen Schlag so viel ein, wie der Wechsel zu einer anderen Firma.